Man ist verwundert darüber, dass es noch viele Leute gibt, die fast nichts über den aktuellen Stand von "Stuttgart 21" wissen. Deshalb erlaube ich mir hier eine Kurzinformation zu geben:
Stuttgart
21:
Stuttgart soll mit dem Projekt Stuttgart 21 einen neuen Bahnhof bekommen. Nicht
mehr als Kopfbahnhof mit 16 Gleisen, sondern nur noch als Durchgangsbahnhof mit
8 Gleisen. Obendrein in einem Tunnel. Nicht nur, dass man sich dabei verkleinert, man
hat auch viele Sicherheits- und Umweltaspekte zu wenig berücksichtigt. So wurden
z.B. geologische Gutachten teilweise ignoriert .. Der benachbarte Park bekommt eine
Grundwassersenkung von ca. 6-10m. Dabei werden die meisten der benachbarten bis zu 180 Jahre alten
Bäume eingehen (Bericht Naturschutzbund). Ein solcher Baum erzeugt Sauerstoff für ca 25 Menschen.
Weitere 282 Bäume müssen gefällt werden, weil sie im Wege sind. Das Stadtgebiet um den Hauptbahnhof
gehört schon jetzt zu den Orten mit der höchsten Ozonbelastung Deutschlands,
weil es sich in einem Talkessel befindet. Die wertvollen Mineralquellen
werden auch noch gefährdet, weil eine mögliche neue Verbindung zwischen
Grundwasser und Mineralwasserschichten nicht ausgeschlossen werden kann. Das Projekt bringt keinen Nutzen, eventuell nur Schaden. Angebliche
Verkürzung der Fahrzeiten haben sich beim Nachrechnen auf nur noch 5 min
reduziert. Der Fahrplan wird wegen des Durchgangsbahnhofs sensibler und Verspätungen multiplizieren
sich. Nur mit dem Projekt soll angeblich eine Einbindung in ein europäisches
Fernverbindungsnetz ermöglicht werden. Als wenn Stuttgart momentan keine
Fernverbindungen hätte.
Das ganze nutzlose Projekt wird obendrein als geplantes grösstes Bauprojekt
nach letzten Schätzungen Kosten von mehr als 10 Mrd. Euro verschlingen. Weitere
zu erwartetende Erhöhungen sind noch nicht eingerechnet. Das alles in einer Zeit wo
eigentlich Sparkurs gefahren werden sollte. Die Pläne wurden durchgeprügelt in
einer Zeit wo noch keine Finanzkrise war. Die Mehrheit der Stuttgarter
Bevölkerung ist dagegen. Die Bauherren und Regionalpolitiker ignorieren das und
versuchen einen Baustopp zu verhindern, indem sie den Abriss des alten Bahnhofs,
der ausserdem unter Denkmalschutz steht und das sinnlose Roden der Bäume beschleunigen wollen. Eine
Bürger-Abstimmung nach Vorliegen der neuen Tatsachen wird versucht mit allen
Mitteln zu
verhindern. Im zweiten Teil von Stuttgart 21 sollen statt Reparatur der über
Jahrzehnte auf Verschleiss gefahrenen Strecke nach Ulm Steuergelder über den Neubau der
Strecke (genannt "Modernisierung") angezapft werden, damit die Bahn
eine bessere Bilanz für die Börse hat. Und viele stimmen dem auch noch zu mit
der Begründung weil Modernisierung ja grundsätzlich gut ist. (Hier aber die absichtlich
vernachlässigte Wartung ersetzen soll.) Das sind Schildbürgerstreiche und
Gelder für wirkliche Modernisierungen werden vorher vernichtet.
Es ist inzwischen den meisten klar, dass es besser ist, das Projekt rechtzeitig zu stoppen. Bauherren und Regionalpolitiker sagen, dass das Projekt unumkehrbar ist und mehr kosten würde, wenn man es jetzt abbricht. Aber noch würde es weit weniger als 1 Mrd. (statt 10 Mrd.) kosten, wenn man abbricht. (Es soll geheime Unterlagen der Bahn geben. Dort spricht man sogar nur von 78 Millionen, die es bis jetzt gekostet hat..) Das Geld könnte man in bessere Projekte stecken wie z.B. Kopfbahnhof 21, eine Alternativlösung für eine bessere Lösung der Verkehrsprobleme, für Bildung und Familie, elementare Aufgaben und wo wirklich Bedarf da ist.